PRAKTIKUMSBERICHT DES BETRIEBSPRAKTIKUMS VOM 26.02.-08.03.1996

Praktikant :Vock, Tobias

Schule :Starkenburg-Gymnasium Heppenheim

Praktikumsbetrieb :Bezirkssparkasse Heppenheim


Meine Erwartungen an das Betriebspraktikum

Von meinem Betriebspraktikum in der Bezirkssparkasse Heppenheim erhoffe ich mir einen Einblick in die verschiedenen Tätigkeitsfelder einer Bank.

Ich könnte mir denken, daß eine spätere Berufsausübung im Bankwesen für mich in Frage kommt. Dabei ist es mir aber noch nicht klar, ob ich lieber im Verwaltungsbereich oder im Kundengeschäft arbeiten möchte. Außerdem möchte ich mich über die verschiedenen Ausbildungswege der Bankangestellten informieren.

Ich kann mir vorstellen, daß es in Banken Tätigkeitsfelder gibt, die meinen mathematischen Interessen entgegenkommen.


Die Bezirkssparkasse Heppenheim

Die Bezirkssparkasse Heppenheim(Bergstr.) ist eine mündelsichere, dem gemeinen Nutzen dienende rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts.

Sie hat eine Bilanzsumme von 2,346 Milliarden DM im Jahr 1995. Sie besitzt 43 Geschäftsstellen, 16 Geldautomaten, 357 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie 28 Auszubildende. Bei der Bezirkssparkasse werden 218.000 Kundenkonten geführt. Von diesen sind 53.500 Girokonten.

Die Geschäftsentwicklung, die in den vergangenen Jahren außerordentlich gut war (s. Diagramm), läßt darauf schließen, daß es auch weiterhin viele Banken und Arbeitsplätze geben wird.


Ausführlicher Bericht des ersten Tages:

Datum: Montag, der 26.02.1996

Meine Arbeitszeit begann um 8 00 Uhr am Morgen. Ich war in der Kundenberatung A-K tätig. Da Herr K.R., der normalerweise für mich zuständig ist, Urlaub hat und erst in der Woche vom 4.-8.3. wieder arbeiten wird, betreute mich ein Azubi der Bank, Herr Frank H.. Er ist sehr nett. Außer mir waren noch zwei andere Praktikanten da: Alexander V. und Silvia G.. Silvia sollte normalerweise in der Zweigstelle Süd sein, war aber aus irgendeinem Grund, den ich nicht kenne, heute hier. In der ersten Zeit konnte ich noch nicht sehr viel machen. Herr H. erklärte mir und Alexander (Silvia war der Kundenberatung L-Z zugeteilt worden) verschiedene Sachverhalte, unter anderem wie die Kontonummern bei der Bezirkssparkasse zustande kommen. Sie sind achtstellig und mit der ersten Ziffer werden die unterschiedlichen Kontoarten gekennzeichnet. So steht beispielsweise 0 für Geschäftskonten, 1 für Girokonten usw. Die zweite Stelle gibt an, wo das Konto geführt wird. Steht hier zum Beispiel eine 0 ist die kontoführende Stelle in Heppenheim, bei 3 in Viernheim usw. Danach kommt die eigentliche, fünfstellige Kontonummer. Die letzte Stelle ist eine Prüfziffer. Sie errechnet sich aus den ersten sieben Stellen der Kontonummer. Wird eine Ziffer der Kontonummer aus Versehen falsch angegeben, dann führt dies zum Widerspruch mit der Prüfziffer .

Ab 12 00 Uhr hatte ich bis 14 00 Uhr Mittagspause. Am Nachmittag hat mir Herr H. erklärt, daß alle Buchungen auf den Konten der Sparkasse auf Mikrofilm verfilmt werden. Wir haben uns dann die Buchungen auf seinem Konto mit Hilfe eines Mikrofilmlesegerätes angeschaut und er hat mir die verschiedenen Zahlenkürzel erklärt. Die gesamten Buchungen vom Januar '96 sind auf ein Stapel DIN A6 großer Mikrofilme von weniger als 1cm Höhe . (Zum Vergleich: Die Buchungen vom Februar sind noch nicht verfilmt, da der Monat noch nicht abgeschlossen ist, sondern auf normalem Papier ausgedruckt. Allein die Buchungen von den Girokonten [auf dem Mikrofilm sind die Buchungen aller Konten] vom 1.2. bis zum 15.2. sind ein ca. 10cm dicker Stapel DIN A3 Blätter.)

Dann durfte ich einem Kunden 25 Verrechnungsschecks erstellen. Ich habe sie in die Codiermaschine eingelegt, die die Kontonummer auf den unteren Streifen des Schecks druckt. Danach gab ich die Kontonummer des Kunden und die Anzahl der Drucke (in diesem Fall 26, 25 Schecks und ein Deckblatt) ein und drückte auf Start. Anschließend hat die Maschine innerhalb von ein paar Sekunden die 25 Schecks gedruckt.

Um ca. 9 30 Uhr sollte eine 4. Klasse aus Fürth kommen, um sich die Bank anzuschauen. Deshalb haben wir im "Kasino", die Kantine in der obersten Etage, Gläser und Getränke auf die Tische gestellt. Um halb zehn kam dann die Klasse. Zuerst wurden die Schüler begrüßt, danach erklärte eine Mitarbeiterin der Sparkasse verschiedene wissenswerte Dinge; unter anderem, daß die Bezirkssparkasse Heppenheim schon seit 1830 besteht und insgesamt 357 Mitarbeiter in allen Niederlassungen beschäftigt sind. Ein anderer Azubi der Bank erklärte den Ablauf einer Ausbildung als Bankkaufmann bzw. -frau, die 2-21/2 Jahre dauert. Anschließend wurde die Klasse in drei Gruppen aufgeteilt und durch die Bank geführt. Jeder von uns, Silvia, Alexander und ich, ist mit einer Gruppe mitgegangen. Die Gruppe, der ich zugeteilt wurde, ging zuerst in die Auslandsabteilung. Deren Leiter, Herr E., erklärte, was in der Auslandsabteilung alles gemacht wird und wie beispielsweise eine Überweisung nach China ausgeführt wird. Danach waren wir noch in der Wertpapierabteilung, im Tresorraum, beim Belegleser und bei der Geldrollmaschine. Besonders beeindruckend fanden die Schüler, die Tür des Tresorraumes, die 50cm dick und 6 Tonnen schwer ist. Auch der vollautomatische Belegleser, der 500-600 Belege in der Minute lesen kann, faszinierte die Kinder sehr.

Um 16 00 Uhr war meine Arbeitszeit beendet, und ich ging nach Hause.


Dienstag 27.02.96:

Herr H. heute nicht anwesend, da er in die Berufsschule mußte. Daher wurde ich in der Auslandsabteilung beschäftigt.

Zuerst mußte ich einen Stapel Außenwirtschaftsmagazine in Briefumschläge einsortieren. Als ich damit fertig war, erledigte ich verschiedene kleinere Tätigkeiten, wie zum Beispiel das Anfertigen verschiedener Kopien.

Außerdem habe ich wieder Gläser und Getränke auf die Tische im "Kasino" gestellt, da wieder eine Schulklasse aus Fürth angemeldet war. (Siehe ausführlicher Bericht vom 26.02.96 allerdings diesmal ohne Aufsicht und alleine.)

Als ich auch damit fertig war, führte ich mit einem Mitarbeiter der Sparkasse zusammen noch verschiedene Überweisungen ins Ausland z.B. nach London, Dänemark usw. am Computer aus.

Am Nachmittag war Herr H. wieder in der Bank.

Ich war wieder in der Kundenberatung A-K, wo ich ein Kontoauszugsduplikat für eine Heppenheimer Firma, mit Hilfe der auf Mikrofilm gesicherten Daten erstellen durfte.

Außerdem fertigte ich noch verschiedenen Kopien, z.T. auch beidseitig an einem großen Kopierer, an.


Mittwoch, 28.02.1996:

Am Vormittag hatte Herr H. sehr wenig Zeit für mich, da sehr viel Betrieb in der Bank herrschte und er die ganze Zeit Kunden bedienen müßte. Aus diesem Grund gab es für mich nicht sehr viel zu tun. Ich gab einige Daueraufträge in den Computer ein, und überprüfte andere.

Der Nachmittag lief genauso ab, wie der Vormittag. Ich kopierte einige Vorlagen und füllte eine Auslandsüberweisung nach Polen aus. Von kurz vor vier, bis ca. 20 Minuten nach vier Uhr durfte ich zuschauen, wie eine Frau ein Girokonto eröffnete.


Donnerstag, 29.02.1996

Herr H. ist heute den ganzen Tag nicht anwesend, da er auch Donnerstags in die Berufsschule gehen muß. Ich bin deswegen in der Kreditabteilung der Hauptstelle beschäftigt. Dort mußte ich zuerst Bevollmächtigungen, mit denen Kunden der Sparkasse erlauben mit Aktien, die sie besitzen zu Handeln, in Ordner einsortieren. Auf den Bevollmächtigungen standen Depotnummern , nach denen ich sie ordnen mußte. Dazu brauchte ich eine Stunde.

Danach gab mir der Leiter der Abteilung eine Broschüre über die Börse, die ich mir durchlesen sollte.

Als ich damit fertig war, mußte ich die Depotnummern der Bevollmächtigungen, die ich sortiert hatte und auch noch von Bevollmächtigungen, die schon einsortiert waren in den Computer eingeben. Da dies online d.h. mit stehender Verbindung zur Helaba in Frankfurt gemacht werden mußte und die eingegebenen Depotnummern dort gespeichert und so nur mit sehr großem Aufwand gelöscht werden können kontrollierte am Anfang ein Mittarbeiter der Sparkasse meine Eingaben. Nach einiger Zeit ließ er mich die Depotnummern dann alleine eingeben.

Um ca.11 30 Uhr ist die Verbindung nach Frankfurt zusammengebrochen. Ich hätte nur noch 18 Nummern eingeben müssen (insgesamt waren es ca. 1000). Zuerst dachte ich, daß ich irgend einen Fehler gemacht habe, aber dann ist mir aufgefallen, daß alle Computer nicht mehr funktionierten. Ein Mittarbeiter sagte dann auch, daß wir offline wären. Er erklärte mir dann wie Aktiengeschäfte am Computer getätigt werden, und als die Computer nach einiger Zeit wieder online waren, verkauften wir eine Aktie an der Frankfurter Börse.

Am Nachmittag gab ich die restlichen Depotnummern in den Computer ein. Danach stempelte ich die Bevollmächtigungen als erledigt ab.


Freitag, 01.03.1996

Herr H. war heute wieder da. Er erklärte mir den ganzen Vormittag verschiedene Anlagemöglichkeiten bei der Sparkasse und welche für welchen Zweck am besten geeignet ist. Er nannte mir dann ein paar Beispiele und ich mußte ihn "beraten" wie er sein Geld am besten anlegt.

Der Nachmittag verlief wie die Tage zuvor auch. Ich kopierte Briefe, habe ein paar Daueraufträge erfaßt und einige Unterlagen zur Sekretärin des Direktors gebracht.

Um kurz vor vier Uhr habe ich mich dann von allen verabschiedet, da ich in der Woche vom 2.-8.3. nicht mehr in der Hauptstelle sondern in der Zweigstelle Gießener Straße beschäftigt sein werde.


Ausführlicher Bericht von Montag, den 04.03.1996

Heute bin ich zum ersten mal in der Zweigstelle Gießener Straße. Dort arbeiten zwei sehr nette Frauen, Frau K. und Frau S.. Als ich um 800 Uhr in der Gießener Straße ankam begrüßten sie mich erst einmal, fragten nach meinem Namen und wie es mir denn in der ersten Woche in der Hauptstelle gefallen hätte. Danach erklärte mir Frau S. das Computerprogramm, mit dem man Daten der einzelnen Kunden der Sparkasse Heppenheim, z.B. Kontonummer(n), Adresse, Guthaben auf den einzelnen Konten usw., abrufen kann. Ich probierte dann einiges in diesem Programm aus, suchte nach verschiedenen Namen und Kontonummern, ließ mir Kontostände anzeigen usw. bis ich ganz gut mit dem Programm zurechtkam.

Dann gab mir Frau K. Bescheinigungen von Dispokrediten, die ich nach der Kontonummer ordnen und in den entsprechenden Ordner einsortieren mußte. Danach bat mich Frau K. an den Computer, ich sollte einen Scheck buchen, dazu gab ich zuerst die Kontonummer des Kunden an, der den Scheck ausgestellt hatte, dann den Betrag, der ausbezahlt wurde. Danach mußte ich den Scheck in den Drucker legen, der nachdem ich die Taste "Datenfreigabe" betätigt hatte die Angaben auf den Scheck druckte. Hiernach kuvertierte ich einige Kontoauszüge, die ich danach in den Schließfächern verteilte.

Nachdem ich das gemacht hatte, kam ein Mann mit seiner Tochter, die sehr viel Kleingeld gespart hatte. Ich mußte, nachdem ich das Spielgeld, welches sich auch in der Spardose befand, aussortiert hatte, die Münzen in ein Zählbrett einsortieren, zusammenzählen und dann als Bareinzahlung am Computer buchen. Als ich damit fertig war, rollte ich die Münzsorten, von denen genug vorhanden waren (auf dem Zählbrett sind Markierungen) zu Münzrollen (für jede Münzsorte gibt es spezielles Papier, auf dem die Art, die Anzahl und der Gesamtwert der enthaltenen Münzen angegeben ist. Die Blätter sind außerdem verschiedenfarbig und zusätzlich durch einen Balken markiert, damit man sie ohne Probleme auseinanderhalten kann und eine Verwechslungsgefahr möglichst niedrig ist.) . Als ich die Rollen fertig hatte, legte ich sie zu den schon gerollten in den Tresor.

Dann gab mir Frau S. einen "Spieß" mit ca. 7 Arten von Belegen (z.B. Empfangsbescheinigungen für ec-Karten, -Cards, eurocheques und normalen Schecks, Kartenbestellungen usw.) die ich sortieren sollte. Als ich dies gemacht hatte, mußte ich sie noch in verschiedene Stapel, die aus den jeweiligen Belegen bestanden, nach der Kontonummer einsortieren.

Danach mußte ich wieder Münzen für eine Bareinzahlung zählen, einen Einzahlungsschein ausfüllen, die Münzen rollen und den Betrag am Computer buchen.

Als ich auch dies beendet hatte, war es schon kurz nach 12 Uhr, und ich konnte nach Hause gehen.

Als ich um 14 00 Uhr wieder in die Bank kam, mußte ich sofort 2 Schecks und eine Barauszahlung über 20 DM, die von meinem Konto abging buchen. Ich hatte mir nämlich zwei 10DM-Stücke, die ich noch nicht besaß, mitgenommen. Zuerst habe ich mich dabei vertippt und hätte die 20 DM beinahe auf meinem Konto gutgeschrieben statt abgebucht, merkte aber doch den Fehler und buchte den Betrag richtig.

In der nächsten Zeit kamen noch weitere Ein- und Auszahlungen, die ich buchen mußte dazu. Einem Kunden durfte ich sogar das Geld, es waren ca. 350 DM, selber auszahlen.

Danach sollte ich einen Brief an die Eltern einer minderjährigen Kundin aufsetzen und am Computer schreiben, mit dem diese sich damit einverstanden erklären sollten, daß ihre Tochter eine Geheimnummer bekommt, mit der sie Geld am Geldautomaten abheben oder mittels electronic-cash bezahlen kann . Zuerst entwarf ich den Text auf einem Blatt Papier, danach schrieb ich ihn auf dem Computer in ein vordefinierten Layoutbogen. Da ich die Vornamen und die Adresse der Eltern des Mädchens nicht kannte, mußte ich sie in dem Computerprogramm suchen, über das ich am Anfang geschrieben habe. Da es sehr viele Personen mit dem gleichen Nachnamen (dieser war mir wegen der Tochter, die genauso heißt, bekannt) gab, war die Suche nicht sehr einfach. Nach einiger Zeit fand ich aber doch den gesuchten Namen und die Adresse und konnte sie in den Brief eintragen. Danach fragte ich Frau K., ob ich den Brief mit veränderten Namen für meinen Praktikumsbericht ausdrucken könne. Da sie diese Frage bejahte , änderte ich die Namen und druckte den Brief noch einmal aus.

Als ich dies beendet hatte, war es 16 10 Uhr und ich ging nach Hause.


Dienstag 05.03.96:

Um 8 00 Uhr hat wie immer meine Arbeitszeit begonnen. Ich habe verschiedene Arbeiten erledigt, z.B. habe ich Kontoauszüge in Umschläge gesteckt und diese dann in die dazugehörigen Schließfächer getan, Kontoauszüge in Schubladen einsortiert und verschiedene andere Dinge. Ich habe außerdem noch verschiedene Buchungen am Computer ausgeführt, wobei mich Frau K. allerdings noch kontrollierte, da dabei nichts falsch gemacht werden darf.

Die Zeit, bis ich um 12 00 Uhr in die Mittagspause gehen konnte, verging sehr schnell.

Nach der Mittagspause habe ich noch etwas Geld gezählt und gerollt. Dann hatte ich eine Zeitlang nichts zu tun, da keine Kunden in der Bank waren. Ich habe mich also an den Computer gesetzt und ein wenig mit ihm gearbeitet, bis ich um ca. 16 05 Uhr die Zweigstelle verlassen habe.

An diesem Tag besuchte mich unser Lehrer.


Mittwoch, 06.03.1996:

Am Vormittag mußte ich zuerst einen Brief am Computer entwerfen und schreiben, da jemand eine Überweisung von einem Konto einer anderen Bank eingeworfen hatte. Danach habe ich einen Scheck von einer Kundin entgegengenommen und einen Einreichungsschein ausgefüllt.

Im Laufe des Vormittags sortierte ich außerdem Kontoauszüge und deren Anlagen in die dazugehörigen Fächer, wobei ich eine Fehlbuchung entdeckte, die ich berichtigen mußte.

Des weiteren bearbeitete ich mit Frau K. zusammen eine Fehlerliste, auf denen Personen angegeben waren, deren Daten noch nicht vollständig bzw. Fehlerhaft erfaßt wurden. Da in vielen Fällen die Ausweisdaten noch nicht vorlagen, diese aber auf Grund des Geldwäschegesetzes vorhanden sein müssen, entwarf und schrieb ich einen Brief an die betroffenen Personen.

Nachmittags schrieb ich noch weitere Briefe an Personen die ihren Ausweis noch nicht gezeigt hatten. Außerdem mußte ich die Ausweisdaten eines Kunden, der zufällig vorbeikam im Computer erfassen.


Donnerstag, 07.03.1996

Morgens zählte ich zuerst ein Sack voll Kleingeld und rollte es danach zu Rollen. Außerdem war der Computer die ganze Zeit offline, das heißt, daß wir keine Verbindung zur Helaba in Frankfurt hatten, und somit auch keine Kontostände und sonstige Daten über Kunden am Computer abrufen konnten. Da die Verbindung nicht zu Stande kam funktionierte auch der Kontoauszugsdrucker nicht, und es fragten immer wieder Leute nach, ob denn der Kontoauszugsdrucker defekt sei. Um 10 45 Uhr waren wir dann endlich wieder online und die Computer funktionierten wieder.

Unter anderem mußte ich heute Morgen auch Münzen gleicher Art in Säcke packen und diese zubinden, Briefe an Leute schreiben, die einen Dispositionskredit eingeräumt bekamen und eine erneute Fehlbuchung, die ich entdeckte berichtigen.

Am Nachmittag schrieb ich noch weitere Briefe an Leute die einen Dispokredit bekamen. Außerdem mußte ich im Computer bei verschiedenen Leuten nachschauen, ob diese vermögenswirksame Leistungen bekommen. Auch mußte ich eine Ersatz ec-Karte für einen Kunden am Computer anfordern und einen Überweisung entgegennehmen und abstempeln. Kurz bevor ich gegangen bin war der Computer dann wieder offline.


Freitag, 08.03.1996

Der Vormittag verlief eigentlich ganz normal. Ich habe verschiedene Buchungen am Computer ausgeführt, Kontoauszüge sortiert und einen Brief geschrieben, der an eine Person ging, die ihren Ausweis noch nicht gezeigt hatte. Ich hatte dies kurz zuvor durch einen Zufall im Computer entdeckt. Ich habe dann noch einige Schecks entgegengenommen und einer Kundin ausländisches Geld (Sorten) ausgezahlt.

Kurz vor 12 00 Uhr habe ich mich dann von Frau S. und Frau K. verabschiedet. Ich mußte ihnen versprechen, daß ich noch einmal vorbeikommen würde, sie besuchen.

Um 14 00 Uhr hatte Herr K., der Leiter der Aus- und Weiterbildung alle Praktikanten der Bezirkssparkasse Heppenheim zu einem Abschlußgespräch in die Villa Buttron gebeten.

Herr K. fragte wie es uns gefallen hätte, was wir gut fanden und was weniger gut. Außerdem erklärte er uns das Ausbildungssystem der Sparkasse. Er sagte, daß die Schulische Ausbildung fast vollständig nach Hause, in Form einer Art Fernstudium, verlegt wird.

Er erzählte uns außerdem noch einiges über die Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Beruf der/des Bankkaufmannes bzw. Bankkauffrau.

Um ca. 15 00 Uhr war das Gespräch beendet und Herr K. verabschiedete uns. Wir sind daraufhin alle nach Hause gegangen.


Wahlbereich I

Eine interessante Abteilung

Die Wertpapierabteilung

Die Wertpapierabteilung ist in sofern interessant, daß die Möglichkeiten, die Heute bestehen einfach unglaublich sind. Aktien sind nur noch in den seltensten Fällen wie früher als Papier vorhanden. Heute wird alles mit dem Computer gemacht.

Man kauft und verkauft Aktien am Computer, wann und wo man will. Ob in Frankfurt oder New York, alles ist möglich und dauern tut es nur ein paar Sekunden. Der aktuelle Kurs wird auf dem Bildschirm angezeigt und ständig aktualisiert. Will man eine Aktie kaufen, gibt man in den Computer ein, was für eine Art es sein soll und wenn man will kann man auch noch einen Preis angeben, z.B. Ich will eine Siemens-Aktie für höchstens 63,56 DM kaufen. Man muß sich dann um überhaupt nichts mehr kümmern, fällt der Kurs unter die angegebene Grenze, wird die Aktie automatisch gekauft. Beim Verkauf funktioniert das genauso. Es besteht sogar die Möglichkeit "Best" als Kaufpreis anzugeben, die Aktien werden bei dieser Angabe genau dann ge- bzw. verkauft, wenn der voraussichtlich beste Kurs des Tages steht.

Der Tag in dieser Abteilung war einer der interessantesten. Allein zu sehen, was für Möglichkeiten heute bestehen ist faszinierend.


Wahlbereich II

Computer im Betrieb / in der Verwaltung

Computer spielen in einer Bank eine ganz entschiedene Rolle. Ohne Computer würde in Banken eigentlich gar nichts mehr funktionieren, da fast alles nur noch mit dem Computer gemacht wird.

Alle Geldbewegungen innerhalb der Banken finden nur noch am Computer statt. Möchte eine Kunde Geld von seinem Konto abheben bzw. einzahlen, wird dies am Computer erledigt. Wie wichtig der Computer ist, merkt man wenn er plötzlich nicht mehr vorhanden ist. Als wir am Donnerstag offline waren und der Computer nicht mehr funktionierte konnten wir fast gar nichts mehr machen. Wir konnten weder Ein- noch Auszahlungen tätigen, weil diese der Computer buchen muß noch Überweisungen und Schecks einlösen.

Auch eine Kontoeröffnung ist offline nur sehr umständlich und ohne Computer gar nicht möglich. Daueraufträge werden am Computer erfaßt und automatisch ausgeführt, falsche Buchungen storniert usw. Man sieht, daß man heutzutage ohne Computer ziemlich aufgeschmissen ist.


Rückblick auf das Praktikum

Das Praktikum bei der Bezirkssparkasse Heppenheim hat mir sehr viel gebracht. Es war sehr lehrreich und hat alle meine Erwartungen und Wünsche erfüllt. Meine Ängste und Bedenken waren, Gott sei Dank, überflüssig.

Nach diesen zwei Wochen Praktikum, die wie schon gesagt sehr lehrreich, abwechslungsreich und interessant, an manchen Tagen aber auch anstrengend waren, kann ich mir sehr gut vorstellen, daß der Beruf des Bankkaufmannes für mich später das Richtige wäre. Auch in Anbetracht der Möglichkeit zur Verbindung mit einem Studium und der guten Weiterbildungsmöglichkeiten ist dieser Beruf für mich sehr attraktiv geworden.

Ich würde zu jeder Zeit ein weiteres Praktikum bei der Sparkasse absolvieren.


Anregungen an die nachfolgenden Praktikanten

Irgendwelche Anregungen an nachfolgende Praktikanten habe ich eigentlich nicht. Mein Praktikum bei der Bezirkssparkasse Heppenheim verlief problemlos.

Allerdings dachte ich vor dem Praktikum, daß es in der Hauptstelle interessant und in den Zweigstellen eher langweilig ist, weil man dort nicht so viel machen kann. Das ist allerdings nicht so. Die Tätigkeiten in der Hauptstelle waren zwar vielseitiger, dafür war das Betriebsklima in der Zweigstelle wesentlich besser, weswegen mir die Zeit in der Zweigstelle mindestens genausogut wie auf der Hauptstelle gefallen hat. Ich möchte damit sagen, daß auch ein Praktikum auf einer Zweigstelle sinnvoll ist.